Allan Unkenrufen zum Trotz

Der Strukturwandel des färöischen Fußballs hat ein Gesicht: Allan Simonsen, in den 70er-Jahren als Spieler mit Borussia Mönchengladbach und dem FC Barcelona erfolgreich, übernahm 1994 das Amt des Nationaltrainers – und half mit, den Fußball auf den Schafsinseln voranzutreiben.

Bei seinem Amtsantritt traf Simonsen zwar auf eine aufgeschlossene, allerdings auch weitestgehend limitierte Truppe, deren letzter Sieg bereits vier Jahre zurücklag. Kein Wunder: Fußball wurde damals nur von Mai bis Ende August gespielt; den Rest des Jahres gingen die Färinger ihren regulären Berufen nach. Also begann Simonsen, die spielfreie Zeit sukzessive zu verkürzen und die Trainingszeiträume auszuweiten.

Fortan trainierte die Nationalmannschaft auch im Winter („bei Wind und Wetter“ wäre angesichts des färöischen Klimas der falsche Ausdruck). Hierdurch bekam der Coach zwar Ärger mit dem nationalen Handball-Verband, der sich darüber beschwerte, dass die Fußballer ständig ihre Halle blockierten. Dafür wurden allerdings auch die Ergebnisse in Länderspielen deutlich besser; schon bald erregte der Fußball-Zwerg aus dem Nordatlantik große Aufmerksamkeit, wie sich Simonsen heute erinnert: „Auf einmal riefen mich Leute an und fragten: ,Was ist da los bei euch, warum seid ihr jetzt so gut?‘“.

Seinen Wohnsitz verlegte der Trainer während seiner Amtszeit übrigens nicht nach Färöer, sondern bleib stattdessen im 1.300-Kilometer entfernten Dänemark wohnen. Eine Fußballnation restrukturieren kann man schließlich auch als Fernpendler…

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